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TTT News 20


Tan Tien Tschüan an der Schule


links Schulleiterin Frau Koll, rechts Yama Waziri Einmal wöchentlich trainieren seit dem April dieses Jahres bei einer Freizeitinitiative der Schule Röthmoorweg in Hamburg Schnelsen unter der Arbeitsbezeichnung "Kung Fu" circa 30 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen acht und zehn Jahren Techniken und Übungen aus Tan Tien Tschüan-Kinderprogrammen.

Andreas Padubrin und Yama Waziri, selbst als Enthusiasten dieser Kampfsportart bekannt, leiten den Unterricht an. Andreas, verantwortlicher Leiter der Kindertrainingsgruppen des TTT-Verbandes in Norddeutschland, und Yama, ein Mitinitiator dieses Freizeitangebotes der Schule Röthmoorweg, setzen sich für und in diesem Sportunterricht mit dem allergrößten Engagement und der ihnen eigenen technischen und sozialen Kompetenz ein.

Der Schwerpunkt des Trainings liegt zunächst bei partnerbezogenen Kontakttechniken, weniger mit dem Ziel, Selbstverteidigungsfertigkeiten zu vermitteln, als mit dem Augenmerk darauf, konstruktiv und zweckmäßig auf Gewaltsituationen reagieren und mit natürlicher Konkurrenz umgehen zu können.


Aktionen im Unterricht 1     Aktionen im Unterricht 2

Aktionen im Unterricht 3     Aktionen im Unterricht 4                                                       Aktionen im Unterricht

Das abgestufte Ringen, Werfen und Schieben der TTT-Einstiegsprogramme stößt bei den Kindern auf große Zustimmung und weckt sehr schnell neben dem sportlichen Eifer auch das technische Interesse an den jeweils mit den Partnerformen verbundenen Aufgabenstellungen.


Ringkampf
Ringkampf

Von der positiven Trainingsatmosphäre, der außergewöhnlichen Aufmerksamkeit und Disziplin, welche die Kinder dem gesamten Unterricht und den Einzelanweisungen entgegenbrachten, war die Schulleiterin, Frau Koll, nicht zuletzt auch als Sportpädagogin, anläßlich einer Visite sofort eingenommen.

Insbesondere der spielerische Umgang, mit dem sich die Kinder in den einzelnen Übungen dem sportlichen Druck und den Anforderungen modifizierter körperlicher Auseinandersetzung stellen können, fällt dem Beobachter angenehm ins Auge. Der gegenseitige Respekt und die sportliche Achtung, die den Kindern im Rahmen der Partnerübungen am Beispiel des An- und Abgrüßens vermittelt werden konnten, ließen Pädagogenherzen höher schlagen.


Erläuterungen zum Unterricht     Abgrüßen            Erläuterungen zum Unterricht                                             Abgrüßen

Gerade im Zusammenhang mit der Diskussion um die Gesamtschule könnte nach dem Dafürhalten der verantwortlichen Rektorin ein solches "Kung Fu"-Training eine wertvolle und spannende Ergänzung der ganztagsorientierten Freizeitangebote auch ihrer Schule werden.



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Tan Tien Tschüan von Helmut Barthel - das Taiji der Legenden

von Guido Sleddens


Guido Sleddens

Stell dir vor, du findest die Kampfkunst, die tatsächlich 100%ig mit den Taiji Klassikern übereinstimmt und bei der die legendären Merkmale unübersehbar sofort ins Auge springen wie die "größtmöglichste Wirkung bei geringstem Aufwand" oder "den Standpunkt der Schwäche als Grundvoraussetzung"; und du entdeckst eine Kampfkunst, bei der allein die überlegene Technik und das theoretische Wissen ausschlaggebende Faktoren in einem Kampf sind; du findest eine klare und gründliche Beschreibung des Qi-Konzepts, in der alles nachvollziehbar durch Gravitation, Bewegung und Gewicht erklärt wird; du siehst eine erwiesenermaßen überlegene Technik, in der beinahe mühelose, nicht sichtbare Bewegungen zu vernichtenden Resultaten führen; und du erfährst das "Schattenjagen" und "Windgreifen" unmittelbar, sobald du jemanden angreifst, der diese Kunst praktiziert - die perfekte Kampfkunst, würdest du dann noch zögern, sie zu erlernen? Wenn es eine MA gäbe, die man tatsächlich als "wahres Taiji" bezeichnen kann, würdest du, als Martial Arts Praktizierender, deine Zeit noch mit irgendetwas anderem verschwenden wollen?

Ich habe in meinem Leben schon die verschiedensten Kampfkunstarten praktiziert, angefangen bei Taiji bis zum Kickboxen. In den 80ern entdeckte ich dann das deutsche Martial Arts Magazin, und durch einen Kollegen hörte ich von Helmut Barthel und Tan Tien Tschüan. Ich schrieb darauf Herrn Barthel und er antwortete mir, daß es nicht möglich sei, bei ihm zu lernen. Das war das Ende der Geschichte. Seine Artikel faszinierten mich allerdings nach wie vor und schließlich fand ich 15 Jahre danach zufällig auch die Website von ihm unter www.tantientschuean.de.

Ich fragte nach und durfte bei einem Training mit dem Taiji der Legenden mitmachen, weil es für Interessierte inzwischen auch die Möglichkeit gibt, an einem Anfängertraining teilzunehmen. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde. Bis dahin waren mir nur einige sehr mystische Geschichten über den Gründer von Tan Tien Tschüan zu Ohren gekommen. Epi van der Pol hatte ihn mal besucht und unfaßbar gefunden, was er dort gesehen hatte. Es geht das Gerücht, daß Herr Barthel seine Kunst von einem Schamanen in Lappland gelernt hat, dem Volk der Polarbärenjäger...

Ein früherer Schüler, Friedhelm Tippner, riet mir, es mit dem russischen Systema von Herrn Ryabko zu vergleichen, bei dem er Ähnlichkeiten in Können und Wissen zu seinem Lehrer entdeckt zu haben glaubte: "mühelose Kraft und übernatürliche Fähigkeiten". Über all das, was ich bisher nur aus Geschichten kannte, sollte ich nun jenseits der holländischen Grenze etwas lernen können...

Ich war also gespannt und freute mich schon auf eine Kostprobe dieses Stils. Was mich bei meiner Ankunft sofort einnahm, war die freundlich zugewandte und ernsthaft engagierte Stimmung der Trainer, eine Handvoll handfester Burschen, die einen offenen Eindruck machten. Mir wurde ein persönlicher Trainer und ein netter, stämmiger Partner, mit dem man gut arbeiten konnte, zugeteilt. Der Haupttrainer, Thomas Schröder, kam dazu und gab Anweisungen. Ich entschied mich, mich voll einzugeben, und sie versicherten mir, ich könne jederzeit "stop" rufen, wenn es mir zuviel werden würde. Wir praktizierten die verschiedenen Elemente des TTT: Runterführen, Ringkampf, Kleine Parade und Großes Schieben. Die Lehrmethode ist sehr direkt und bleibt bei der Sache. Wenn du mit einem Partner arbeitest, machst du immer das, was du kennst. Um also etwas Neues zu lernen, mußt du etwas völlig Unbekanntes tun. Du findest das durch Forschen, Experimentieren und das Befolgen von Anweisungen heraus. Uns wurden Übungen angeboten, die eine Entwicklung von "hart" nach "weich" in eindeutiger Strukturierung nahelegten, und zwar durch die Eingrenzung der Bewegung und Beschränkung der Möglichkeiten, in denen man bestimmte Aspekte lernen kann. Auf diese Weise lernt man durch praktische Erfahrung, was ich bevorzuge. Statt den Lehrer nachzuahmen, wurde ich aufgefordert, unbekannte Bewegungen aufzuspüren. Ein Bewußtsein für Raum, Spannung, Bewegung und Wirkung zu bekommen, waren meine ersten Ergebnisse. Ich wurde mit meinen eigenen Einschränkungen konfrontiert und wie ich mich selbst durch konditionierte Reaktionen blockierte. Thomas Schröder schritt hin und wieder ein und zeigte Bewegungen, ohne sich zu sehr zurückzuhalten, was ich durchaus zu schätzen wußte, auch wenn es jedesmal für mich damit endete, mich vollständig eingeschlossen und immobilisiert auf dem Fußboden wiederzufinden. Hin und wieder ging es etwas heftiger zu, und mir wurde gesagt, daß man nichts über das Kämpfen lernen könne, wenn man die harte Auseinandersetzung vermeidet. Es war sehr angenehm, in diesen strukturierten Rahmenbedingungen zu arbeiten. Wir machten keinen Freikampf oder dergleichen. Herr Schröder zeigte mir lediglich die Wirkung einiger der Tan Tien-Bewegungen.

Anschließend in einem Restaurant bei gutem Essen und Cola light demonstrierte er eine geradezu sagenhafte Technik beim Armdrücken, wobei er eine innere Bewegung anwendete, die absolut durchschlagend war. Ich bin es gewöhnt, mit Gewichten zu arbeiten und meine Arme sind recht stark, doch ich kam gegen seine Technik nicht im mindesten an - sehr beeindruckend. Nebenbei bemerkt wurde das Training von ebenso vielen Frauen wie Männern besucht.

Für den darauffolgenden Tag war ich zum "Dreifuß"-Training eingeladen worden. Auf der Website hatte ich schon Julia Barthels Artikel gelesen und war beeindruckt über die detaillierte Beschreibung und Kompetenz, die man daraus schon erkennen konnte. Ich war sehr gespannt, diese Methode kennenzulernen, denn ich erwartete, darin die Grundlagen des TTT zu finden. "Alle Bewegungen beginnen in den Füßen und kehren zu den Füßen zurück".

Der Lehrer hieß René Wermke und studiert Sport an der Universität Hamburg, wo er sein Wissen mit dem herkömmlichen wissenschaftlichen Knowhow der Bewegungslehre vergleichen kann. Er beschrieb die TTT Gruppe als eine "kritische wissenschaftliche Forschungsgruppe", in der unter anderem wirklich mühelose Bewegung erforscht wird. Die Prinzipien lassen sich auf viele verschiedene Situationen übertragen. Ich dachte, ich wäre im Himmel! Ein Teil des TTT Graduierungssystems besteht darin, die Erkenntnisse aus dem TTT auf andere Bewegungsmethoden oder Sportarten anzuwenden, um die Ergebnisse zu verbessern und mehr in Übereinstimmung mit den Gegebenheiten des Körpers zu arbeiten.

Meine erste und noch sehr oberflächliche Begegnung mit TTT hat mir nur die Spitze eines Eisberges an Wissen offenbart, das sich dahinter verbirgt. Ich bin davon überzeugt, daß dort eine Menge an Kenntnissen verfügbar ist, die man nirgendwo sonst erlangen kann. TTT ist im Kommen. Derzeit sorgt Herr Barthel mit Zusatztrainingszeiten dafür, die Fähigkeiten einer Trainergruppe zu erweitern, um dem wachsenden Interesse an TTT begegnen zu können. Wir einigten uns, daß ich so lange in Hamburg am Training teilnehme, bis wir möglicherweise das Trainerteam nach Holland holen können.

Falls Du wirklich daran interessiert bist, etwas Gutes zu lernen, würde ich dir empfehlen, einmal in Hamburg reinzuschauen, oder du wirst so lange warten müssen, bis es uns gelingt, sie hierher einzuladen!



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Mitteilung zu neuen Kindertrainingszeiten in Heide/Holstein

Abschließend noch eine wichtige Neuigkeit für alle Jugendlichen und Kinder aus Heide/Holstein: Das Kindertraining findet ab dem 11. Juni 2007 montags in der Halle 1 des Werner-Heisenberg-Gymnasiums zwischen 17:00 Uhr und 18:30 Uhr statt. Der bisherige Trainingstermin am Donnerstag um 19:15 Uhr z. Zt. des Erwachsenentrainings wird dafür vollständig gestrichen.




In Wahrheit nur ein kleiner Puper, macht mich der Menschenwahnsinn super.

29.05.2007



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